Reiseapotheke und persönliche Dauer-Medikamente – unverzichtbarer Bestandteil jeder Reiseausrüstung. Eine super hilfreiche Übersicht für 2020/2021 mit Checkliste für Südafrika und die Nachbarländer

Veröffentlicht von safarihike am

Eine ausreichende und wirkungsvolle Reiseapotheke sowie persönliche Dauermedikamente sollten immer im (Hand-) Gepäck auf einer Reise nach Südafrika bzw. ins südliche Afrika mitreisen. So kann man auch im Notfall jemand anders mal aushelfen, der eventuell weniger gut vorbereitet ist.

Manchmal liest man, es sei nicht nötig Medikamente mit in den Urlaub zu nehmen. Dies ist weder richtig noch falsch.

Auch wenn man in Apotheken vor Ort in der Regel tatsächlich alles bekommt, ist es immer gut, wenn man schon etwas vorgesorgt hat. Es nutzt einem schließlich nichts, wenn man nachts auf einmal krank wird und die nächste Apotheke keine Ahnung wie weit weg ist oder ohnehin erst am nächsten Morgen um 9.00 Uhr wieder öffnet. Abgesehen davon will man kostbare Reisezeit nicht mit der Suche nach einer gut ausgestatteten Apotheke oder einer Medikamentensuche verplempern.

beachte: Miet- und Leihwagen haben in der Regel keinen Erste Hilfe Kasten.

Und es schadest keinesfalls Desinfektionsmittel und ein Pflaster dabei zu haben – denn schnell hat man sich mal in den Finger geschnitten oder ist irgendwo unglücklich angestoßen. Abgesehen davon sind gerade nach der Corona-Welle Handdesinfektionsmittel unabdingbar.

Bei der Auswahl der mitzunehmenden Medikamente und Dinge sollte man sich auch Gedanken machen, wohin man genau reist und was man an Aktivitäten plant.

Wer 3 Wochen an der V&A Waterfront in Kapstadt von Bistro zu Bistro und wieder zurück schlendert hat sicherlich einen anderen Aktivitäts- und Risikolevel, als jemand, der sich ein paar Tage zu Fuss durch Berge und Busch schlägt.

Auch die zu bereisende Gegend (Stichwort: Malaria) und insbesondere der schnelle Zugriff auf medizinische Versorgung spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung was in die Reiseapotheke wandert.

Grundsätzlich gilt, dass eine gescheite Reiseapotheke ein wichtiger Bestandteil jeder Reiseausrüstung ist. Gerade wer nach Afrika reist, sollte sich mehr Gedanken machen als derjenige, der einen kurzen Städtetrip plant. Für letzteren reicht sicherlich eine kleines Notfall-Set.

Hinweis: Weder die Liste an Medikamenten noch die Checkliste ersetzen eine professionelle Beratung bei einem Arzt und Tropenmediziner oder in der Apotheke.

Ein Impfcheck, für alle nicht Impfgegner, sollte auch mindestens 8 Wochen vor der Abreise erfolgen, damit man notfalls zeitlich noch hinkommt, wenn Impfauffrischungen und Impfergänzungen in Betracht kommen.

Und auch das Thema der Auslandsreisekrankenversicherung für den kleinen oder großen Ernstfall ist im Vorfeld jeder Reise zu beachten.

Wohin geht die Reise?

Je nach Reiseziel sind ggf. unterschiedliche Reisemedikamente zu berücksichtigen. Mal mehr und mal weniger umfangreich, denn sicherlich sind auch Umfang und Gewicht immer ein Kriterium fürs Gepäck.

Falls Du auch noch Tipps für die Reiseapotheke-Liste oder die Reiseapotheke-Checkliste, die sich am Ende des Artikels befindet, hast, freue ich mich, wenn Du mir eine Nachricht per Email zukommen lässt.

Tipps für Deine Reiseapotheke

Die genau Zusammenstellung und der Umfang der Reiseapotheke hängt also von mehreren Kriterien ab:

  • Reiseziel
  • Reisedauer
  • Art der Reise (Roadtrip, Backpacking, Outdoor, Busch & Safari)
  • persönlicher Medikamente

Auch wer unter chronischen Erkrankungen und Allergien leidet oder mit Kindern reist, muss sich noch weitere Gedanken machen und sollte entsprechende Vorkehrungen treffen.

Hand-Desinfektionsgel als „Wasser-Ersatz“ sollte immer dabei sein, vor allem in Ländern mit schlechteren hygienischen Bedingungen, wenn ein Händewaschen nicht möglich ist. Zwar sind in der Regel selbst auf allen öffentlichen Toiletten Möglichkeiten gegeben, sich die Hände zu waschen und gerade mit Covid-19 hat das Thema eine neue Dynamik entwickelt. Es gibt immer noch genug Möglichkeiten, wo man es nutzen wird. Und man kann es immer gut nach einem “Busch-Pipi” gebrauchen, nach dem Einkaufen oder zwischendurch bevor man in den Reiseproviant beisst.

Wenn hier an verschiedenen Stellen Medikamente mit Namen genannt werden, liegt es daran, dass diese oft bekannter sind, als der jeweilige Wirkstoff oder entsprechend gute Ergebnisse im Rahmen persönlicher Erfahrungen gemacht wurden. Es handelt sich hier aber dennoch um Beispiele und Tipps. Wenn Du andere Reisemedikamente anderer Hersteller besser verträgst, sollten diese natürlich in die Reiseapotheke wandern.

Grundsätzlich ist es auch immer besser, sich von einem Arzt oder Apotheker entsprechend beraten zu lassen.

Für den Flug und die diversen Klimaanlagen, die einen während der Anreise und unterwegs so begleiten, sind Nasenspray, GeloMyrtol oder Sinupret (Nebenhöhlen) hilfreich, besonders wenn man empfindlich ist.

Zu viel Klimaanlage schlägt bei vielen sofort auf die Schleimhäute, die dermassen austrocknen und an schlafen während eines Nachtflugs nicht denken lassen.

Übrigens: bei Langstreckenflügen von Europa ins südliche Afrika kann man auch ruhig über Thrombose Vorsorge nachdenken, wenn man vermeintlich zur Risikogruppe gehört.

Das darf nicht fehlen:

Folgende Basis-Medikamente bzw. Ausstattung sollte auf keinen Fall in jeder Reiseapotheke fehlen:

Übrigens: man kann zum Platz und Gewicht sparen auch nur kleine Mengen mitführen.

  • Schmerztabletten: Gegen Kopfschmerzen und allgemeinen Schmerzen inkl. Fiebersenkendes Mittel
  • Pflaster: Pflaster oder/und Blasenpflaster. Wer viel Sightseeing plant oder Wanderungen auf dem Plan hat, wird die sicherlich benötigen. Gerade an warmen Tagen mit Sand an den Füssen hat man sich schnell mal eine Blase gelaufen. Und wer unterwegs sein Biltong schneidet, kann auch mal hier und da schnell einen Schneideunfall haben.
  • Übelkeit: An Übelkeit und Reisekrankheit sollte man vor allem denken, wenn man nur Mitfahrer ist oder mit dem Bus unterwegs und empfindlich ist. Planst Du einen Ausflug auf einem Boot – zum Beispiel zum Whale Watching oder Cage Diving – sollte man Tabletten gegen Seekrankheit dabei haben, wenn man diesbezüglich anfällig ist.
  • Durchfall: Kohletabletten oder Lopedium, Immodium Akut plus kleine Menge Elektrolyte-Lösung (Elektrolyte können auch gut sein, wer einen erhöhten Aktivitätslevel zum Beispiel durch Wanderungen haben wird)
  • wer zu Magenschmerzen, Blähungen und Völlegefühl neigt: z.B. Iberogast
  • wer zu Sodbrennen neigt: Pantoprazol, Rennie etc.
  • Sonnenschutz: Egal ob Sommer- oder Winter. Die Sonne ist im südlichen Afrika immer stark genug um Schaden anzurichten. Wer unter Sonnenallergie leidet, kann sich mit Calcium Tabletten wappnen. Lippensonnenschutz- und pflege nicht vergessen.
  • Allergietabletten, Anti-Histamine (kann auch gut “von innen” helfen bei juckenden Stichen) – Allergex ist ein bewährtes Mittel, dass man im südlichen Afrika überall findet.
  • Herpes Salbe für empfindliche Lippen, wer anfällig ist
  • Akut-Medikament gegen Blasenentzündung wer hierzu neigt
  • persönliche Medikamente:  die Medikamente, die man ohnehin regelmässig zu sich nimmt, dürfen natürlich nicht fehlen, wie zum Beispiel Anti-Baby-Pille, Schilddrüsenmedikament, Herzmedikament, Diabetes oder sonstiges. Man sollte übrigens immer eine Notration der notwendigen persönlichen Medikamente im Handgepäck mit sich führen für den Fall, dass das Gepäck verloren geht oder verspätet ankommt.
  • Malaria-Prophylaxe (je nach Reisezeit und Reisegebiet) (Arzt oder besser Tropenmediziner konsultieren) In der Regel wird Malarone sehr gut vertragen und von vielen Kassen übernommen bzw. erstattet. Für „weniger risikoreiche Regionen” kann auch eine Prophylaxe mit Doxycyclin, welches von der WHO empfohlen wird, in Deutschland aber offiziell nicht zugelassen ist, in Betracht gezogen werden. Wer in ein Malariagebiet reist, bewusst auf eine Prophylaxe verzichtet, sollte jedenfalls über ein Stand-by Medikament nachdenken . Mehr Infos beim Tropeninstitut und in dem Artikel: Südafrika, Krüger Nationalpark und Malaria
  • Micropur Tabletten zur Desinfektion des Wassers (je nach Reiseart)
  • ASS-Tabletten zur Blutverdünnung bei Anzeichen von Höhenkrankheit wer zum Beispiel den Kili bezwingen möchte oder ggf. schon in Lesotho bei Höhe Probleme bekommen könnte
Ointment für die Reiseapotheke

Kleines Erste Hilfe Set:

  • Hand-Desinfektionsgel 
  • Pflaster/Blasenpflaster
  • Mullbinde, Kompresse
  • Wund- Desinfektionsmittel 
  • Pinzette
  • Sicherheitsnadeln (2 Stück)
  • Nagelschere oder besser Taschenmesser (kann man auch gut zum Biltong schneiden nutzen)
  • Wasserdichte Beutel (z.B. Zip-Lock) ggf. für Handgepäck oder Ausflüge, damit die Medikamente vor Sand, Staub und Wasser geschützt bleiben

Zähne putzen

Man kann sich die Zähne immer mit vorhandenem Leitungswasser putzen, die 80-er sind rum.

Solange es keinen expliziten Hinweis gibt, dass dies ausdrücklich verboten ist oder ein entsprechender Warnhinweis besteht, ist dies bedenkenlos möglich.

Wir reden hier vom Zähne putzen und nicht Leitungswasser trinken, wobei letzteres an manchen Stellen definitiv kritischer betrachtet werden muss.

auf Reisen ernsthaft krank werden wünscht sich keiner

Reiseapotheke Checkliste – Übersicht:

Nachfolgend nochmal eine genauere Auflistung aller wichtigen Reisemedikamente und Utensilien, die man unterwegs mit dabei haben sollte.

Bestenfalls hat man alles gesammelt an einem Ort in einer kleinen Tasche oder Beutel – und nicht zu vergessen: die kleine Notration notwendiger regelmäßiger Medikamente für den Flug und ein paar Tage danach, für den Fall, dass das Gepäck verloren geht, sollte man im Handgepäck haben.

  • Medikamente gegen Durchfall z.B. Kohle-Tabletten, Imodium akut, Lopedium und Elektrolyt-Glucose-Präparat
  • Verschiedene Schmerztabletten, wie Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac
  • Husten, Schleimlöser
  • Nasenspray oder Nasentropfen
  • Medikamente gegen Übelkeit, Reisekrankheit z.B. Vomex und Magenverstimmung
  • Wund-Desinfektion, Schürfwunden Wund- und Heilsalbe wie Bepanthen, Zink-Salbe
  • Insektenstiche Fenistil Gel oder Brand und Wundgel
  • Persönliche Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen
  • Sonnenschutz, Sonnenbrand & Lippenpflege
  • Malaria-Prophylaxe
  • Micropur Tabletten zur Desinfektion des Wasser
  • ASS-Tabletten zur Blutverdünnung bei Anzeichen von Höhenkrankheit

Es gibt unzählige Medikamententaschen, in denen man sein persönliches Arzt-köfferchen für den Notfall verstauen kann.

Peaceful Sleep – das Klassiker Moskito Repellent im südlichen Afrika

Insektenschutz und Moskito-Repellent

Insektenschutz bzw. Moskito Repellent gibt es vor Ort besser und günstiger. Eine Sprühflasche Peaceful Sleep, der Klassiker im südlichen Afrika, kostet gerade mal rd. 80 Rand (ca. 5,50 Euro) für 150 Gramm. Ein Bruchteil von dem, was man dafür in Europa zahlt.

Das Produkt ist in jedem Supermarkt, Apotheke etc. verfügbar. Es gibt hierzu übrigens auch die kinderfreundliche Familienausführung – für Kinder ab 6 Monate – Peaceful Sleep Family Care.

Hier kannst Du die Checkliste runterladen und ausdrucken.

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